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Signale für mehr Offenheit

 

Unter diese Überschrift hatte der Redakteur des „Hohenloher Tagblatts“, Harald Zigan, den am 19. Juli 2010 erschienenen bebilderten Artikel zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde Crailsheim gestellt.

 

Neuapostolische Gemeinde 100 Jahre alt

 

Gut möglich, dass die christlichen Kirchen in Crailsheim künftig noch offener aufeinander zugehen. Deutliche Signale waren jedenfalls bei der 100-Jahr-Feier der Neuapostolischen Kirchengemeinde zu hören.

Ohne Pomp, dafür mit Tiefgang und vortrefflichen Beiträgen der eigenen Chöre und Musiker unter der Leitung von Dirigent Reinhold Niebel feierte die Neuapostolische Kirchengemeinde in Crailsheim ihr 100-jähriges Bestehen in ihrer Kirche in der Kalkäckerstraße – geistliches Zentrum für rund 260 Gläubige aus Crailsheim und Umgebung.

Gemeindevorsteher Klaus Haberkorn verglich das Alter seiner Kirchengemeinde mit dem menschlichen Antlitz, das sich mit den Jahren ebenfalls verändere: "Was aber bleibt, ist der Glaube an Christus."

Eine zeitlose Aufgabe sei auch die Herzensbildung – das Markenzeichen der urchristlichen Gemeinden. Damit leiste die Neuapostolische Kirche auch einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl. Daran knüpfte Bürgermeister Harald Rilk an: Der Repräsentant der Stadt Crailsheim zog seinen Hut vor dem ehrenamtlichen Engagement aller örtlichen Amtsträger in den erstaunlich vielen Gruppen und Kreisen der Gemeinde, die ihm sehr angenehm aufgefallen sei.

Auch Dr. Winfried Dalferth zollte als Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Crailsheim seinen Respekt vor der vielfältigen Arbeit: "Die Gemeinde lebt ihren Glauben." Die Öffnung der Neuapostolischen Kirche gegenüber den anderen christlichen Religionsgemeinschaften (so wird zum Beispiel seit 2006 die Taufe anerkannt) bezeichnete Dr. Winfried Dalferth als "wichtige Entwicklung". Er lud die Neuapostolische Gemeinde ausdrücklich in die örtliche, erst kürzlich auch in Crailsheim gegründete "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" (ACK) ein – und sei es auch nur mit einem Gast-Status: "Dann hätten wir einen Ort, um über unsere Unterschiede und über unsere Gemeinsamkeiten nachzudenken".

Damit könnte auch die "ohnehin gute Nachbarschaft in ein gutes ökumenisches Miteinander verwandelt werden", wie der evangelische Dekan seinen Glückwunsch für die nächsten 100 Jahre formulierte.

Manfred Gentner aus Sulzbach, Bezirksvorsteher der Neuapostolischen Kirche, nahm den "Ball" des Dekans auf: "Ich sehe sehr wohl die Hand, die uns da von den Mitchristen entgegengestreckt wird." Schließlich verbinde die Christen mehr als das, was sie trenne.

Deshalb müsse aber die gewachsene Identität einer Gemeinde und einer Kirche noch lange nicht aufgehoben werden, wie Manfred Gentner erklärte.