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Festakt zur Einweihung der neuapostolischen Kirche in der Tonaustraße, Vöhringen


Stefan Schönleber, Vorsteher der Gemeinde Vöhringen
Apostel Martin Schnaufer
Bürgermeister Stefan Hammer
Elisabeth Feyrer und Heiko Geiser...
... bei der Geschenkübergabe
Jürgen Häußer, Projektleiter Bauabteilung NAK Sued
Architekt Achim Bodamer
Tobias Kammerer, Künstler

Nur wenige Kirchengemeinden können den Einzug in ein neu erbautes Gotteshaus feiern. Die Gemeinde Vöhringen ist sehr dankbar, dieses in jeglicher Hinsicht gelungene Kirchengebäude beziehen zu dürfen sowie einprägsame und berührende Feststunden zur Kirchenweihe erlebt zu haben.

Mit einem Festakt am Samstagabend, 28. Juli 2014 feierte die Gemeinde mit Apostel Martin Schnaufer, Bürgermeister Stefan Hammer, zahlreichen Vertretern der politischen Gemeinde, der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden , Anwohnern und den Mitgliedern der Nachbargemeinden Bergfelden und Sulz den Bezug des Kirchengebäudes.

Stefan Schönleber, Vorsteher der Kirchengemeinde Vöhringen, stellte an den Beginn der Feierstunde am Samstagabend diese Dankbarkeit der Gemeinde. Stellvertretend für  alle Mitglieder richtete er seinen Dank an diejenigen die während des Bestehens der Kirchengemeinde seit 85 Jahren die Grundlagen des Glaubens und der Gemeinde geschaffen und bewahrt haben. Er dankte der Solidargemeinschaft von annähernd 800 Gemeinden in der Gebietskirche Süddeutschland, aus deren Opfergeldern die finanziellen Mittel bereitgestellt wurden und der Kirchenverwaltung dafür, dass die Gemeinde Vöhringen mit diesem großartigen Gebäude davon profitieren darf. Ein weiteres Dankeschön richtete er an Bürgermeister Stefan Hammer und die Gemeinderäte für die politische Unterstützung des Vorhabens, an die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und den Nachbarn für das partnerschaftliche Verhältnis sowie den Handwerkern, ohne deren Arbeit die diese Kirche nie entstanden wäre.

„Es ist schön hier zu sein und das schöne Miteinander in der Kirchengemeinde aber auch mit der politischen Gemeinde erleben zu dürfen“, begrüßte Apostel Martin Schnaufer die Festgesellschaft und wies darauf hin, dass es eher selten sei, den Neubau einer Kirche feiern zu können. Eine Kirche werde gebaut zur Anbetung und zum Lobe Gottes, dessen Wunsch die Erlösung aller Menschen sei. Hier könne man die Gnade Gottes erleben, IHN immer besser kennen lernen, seinen Glauben erfahren und die Gemeinschaft pflegen. So könnten die Voraussetzungen geschaffen werden um „Mit Liebe ans Werk gehen zu können“ um das Leitziel, das Stammapostels Jean-Luc Schneider den neuapostolischen Christen für 2014 gesetzt hat, mit Leben zu erfüllen.

Bürgermeister Stefan Hammer überbrachte zunächst die Glückwünsche für den Landkreis und Landrat Wolf Rüdiger Michel, der aus terminlichen Gründen am Festakt nicht teilnehmen konnte.

Der Bürgermeister beschrieb den gelungener Neubau, in dem alle Elemente ineinandergreifen würden, der den Gottesdiensten der neuapostolischen Gemeinde einen feierlichen Rahmen biete, der die Nutzung als Gemeindezentrum auch für überörtliche Veranstaltungen und zum Gemeindeleben dazu gehörende gesellige Anlässe verbessere. Dies werde auch in die politische Gemeinde hineinwirken und einen Mehrwert für das kulturelle und Gemeinschaft stiftende Leben darstellen. Ein geistliches Dreieck mit Friedhof und katholischer Kirche und in der Nähe der evangelischen Kirche werde gebildet. Die Konzentration christlicher Gebäude bringe dabei die Wertgrundlage einer christlichen Gesellschaft zum Ausdruck, auf der diese aufgebaut sei und die aus dem Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus der Zukunft Sinn geben.

Aus städtebaulicher Sicht füge sich das gelungene Bauwerk elegant in die umgebende Bebauung ein. Das Leben müssten nun die Menschen hineinbringen, so Bürgermeister Hammer. Stephan Burger der am kommenden Sonntag zum neuen Bischof des Erzbistums Freiburg geweiht wird habe formuliert, dass es wesentlich sei das Christentum in den Herzen zu bewahren. Dabei sei nicht die äußere Form entscheidend. Werde dies hier aufrichtig gelebt, wird der Heilige Geist das Gebäude dauerhaft und gewinnbringend mit dem christlichen Glauben erfüllen, so die Überzeugung von Stefan Hammer. Er überreichte der Gemeinde einen bepflanzten Vöhringer „Broatschua“ als Symbol für die Standfestigkeit, die Kirchen benötigten um dem Wandel der Zeit zu begegnen.

Heiko Geiser, Ansprechpartner für die Ökumene in der evangelische Kirchengemeinde wertete die Einladung anderer Konfessionen als Zeichen christlicher Gastfreundschaft und der Verbundenheit in Jesus Christus. Für die evangelische Gemeinde sei es eine Bereicherung, dass sich die neuapostolische Kirche als Ganzes in den letzten Jahren nach außen geöffnet habe und gute Gespräche auf verschiedenen Ebenen stattfinden konnten, wobei keiner den Glauben des anderen abspricht, sondern die Gemeinsamkeiten des Christentums betont werden. Für die Kirchengemeinderätin Elisabeth Feyrer –Binder ist diese Entwicklung auch eine Bereicherung für das Glaubensleben am Ort. Man gehe aufeinander zu und wie eine Pflanze entwickle sich immer mehr Gemeinsames. Dies sei im Sinne Jesus, dessen „ökumenische“ Kirche sich über die ganze Welt erstrecken solle. Christen beteten hierfür miteinander,  vielleicht sogar einmal in einem gemeinsamen Gottesdienst, stellte Frau Feyrer-Binder am Schluss ihrer Ansprache in den Raum.

Architekt Jürgen Häußer, Projektleiter der Bauabteilung der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, fragte nach dem Wert eines Kirchengebäudes. Ertragswert und Marktwert seien relativ gering, zeigte er am Beispiel des Kölner Doms, dessen Buchwert 1 € betrage. Während die Gesellschaft ökonomische Gesichtspunkte in den Mittelpunkt stelle, gälten bei einer Kirche andere Maßstäbe der Wertschöpfung. Kirchengebäuden seien steinerne Zeugen in denen Glaubenserfahrungen vieler Jahre erlebbar würden. Dieses Gebäude stehe nur dort wo Menschen sind. Auf dem Schulweg oder für die Anwohner stelle es ein Bestandteil des Alltags dar. Für Friedhofsbesucher könne es ein Zeichen der Hoffnung für ein Leben nach dem Tod sein. Die Architektur formt ein einprägsames Gebäude nach außen, das vielen Ansprüchen gerecht werden und deshalb zeitlos und nachhaltig sein müsse. Ein einprägsamer Ort nach Innen entstehe, wenn die Zuwendung Gottes und der Glauben erlebt werden und dies sei  mit Geld nicht zu bezahlen.

Für die Bodamer Architekten BDA war es eine der bisher spannendsten Aufgaben, ein Kirchengebäude planen und bauen zu dürfen. Als Sieger eines Architektenwettbewerbes hätten die Planer viel über Kirchengebäude und die neuapostolische Kirche gelesen, Kirchengebäude besichtigt, neuapostolische Gottesdienste besucht und mit Gläuben gesprochen. Auf dieser Grundlage seien die ersten Planungen entstanden. Architekt Achim Bodamer beschrieb wie danach verschiedene Elemente wie die städtebauliche Einbindung, die Gestaltung der Altarrückwand und die Auswahl verschiedener Materialien als Teil eines längeren Prozesses neu überdacht und angepasst wurde. Es entstand ein nach außen offenes Gebäude, das schon bei der Annäherung mit seinem großen Vorplatz Aufenthaltsqualität bietet. Mittler zwischen Innen und Außen ist ein überachter Eingangsbereich. Mit dem Hochpunkt des Sakralraumes wurde eine expressive Außenwirkung erreicht, dieser sollte aber nicht additiv mit den übrigen Räumen ergänzt werden, sondern von diesen dynamisch ansteigend herauswachsen und an der kräftig gestalteten Altarwand mit dem Oberlicht im Inneren Halt finden. Als Zeichen dafür, wie wertvoll die Erfahrungen bei der Planung und Ausführung des Kirchengebäudes auch für das Architekturbüro waren, überreichte er der Gemeinde einen goldenen Fassadenstein.

Im Kirchengebäude sind auch künstlerische Elemente integriert. Tobias Kammerer aus Rottweil gestaltete sowohl die Glasfassade als auch das Kreuz, das an der Altarrückwand als Symbol für das Leben und Leiden Jesus Christus angebracht ist. Beeinflusst von seiner Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien entwirft der bekannte Künstler profane und kirchliche Werke. Zur Gestaltung der Glasfassade wurde Tobias Kammerer vom ersten Schöpfungstag inspiriert.“. Die Erde war wüst und leer … und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser … und Gott sprach es werde Licht und es war Licht“ (aus 1. Mose 1, Verse 2 und 3). Daraus entstand alles Leben und alle dieses Elemente sind im Glas wiederzufinden, der schwebende Geist Gottes, das blau des Wassers und des Himmels,  durchschnitten von den Lichtstrahlen und der vom Licht orange angestrahlten Wolken.  Die Farbe Blau symbolisiere dabei die Treue Gottes, seine Wiederkehr und den Glauben.

Das Symbol Jesus Christus, das Kreuz, wurde aus Bronze gestaltet, einem Material, das aus Erde, Wasser, Luft und viel Feuer hergestellt werden müsse, so der Künstler. Seine braune Farbe stehe dabei für die Todesstunde und das Leiden Christi. An den Kanten ist die Skulptur geschliffen, so dass ein goldener Schimmer entstanden ist, als Kennzeichen für die frohe Botschaft der Auferstehung, das Licht und die Kraft Gottes.

Die Vielfalt der musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten in der Gemeinde kam in  unterschiedlichen Beiträgen, dirigiert von Ralf Vetter, zwischen den verschiedenen Grußworten und Ansprachen zum Ausdruck. Gleich zu Beginn brachte der Gemeindechor und das Orchester mit dem Vortrag „Alles Leben strömt aus dir“ von J.H. Tobler (1777 – 1838) die Freude der Gemeinde zum Ausdruck. Mit der Festmusik von Georg Friedrich Händel, vorgetragen durch das Orchester,  wurde die festliche Stimmung währen des Festakts unterstrichen. Der Kinderchor erfreute mit dem englischen Kanon aus dem 19. Jahrhundert „Jauchzet dem Herrn“.  Ein Bläserensemble rundete die Vorträge eindrucksvoll mit „Du großer Gott“ in der Fassung von Friedrich Hänsler (1892 – 1972) ab, bevor Trompete, Orchester und Orgel den Schlusspunkt mit dem Vortrag „Großer Gott wir loben dich“ setzten.

Nach einem gemeinsamen Gebet durch Apostel Schnaufer zum Abschluss der Feierstunde war ausreichend Gelegenheit, das Kirchengebäude auf sich wirken zu lassen und seine Funktionalität beim anschließenden Buffet zu erfahren.

(SS/BS)

Weihegottesdienst

Festschrift (PDF 1,5 Mb)

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